Bildung

Zur Rolle von Männern im Gleichstellungsprozess

Modulreihe (Jänner – Juni 2014), durchgeführt vom Verein für Männer- und Geschlechterthemen Steiermark und GenderWerkstätte

‚Gender means women‘, so lautete das Subskript zur Geschlechtergleichstellung viele Jahrzehnte lang in Österreich und in den meisten anderen Ländern Europas. Während wissenschaftliche Analysen, politische Strategien, sowie Fördermaßnahmen und innovative Praxisprojekte ihren Blick hauptsächlich auf Frauen ausrichteten, waren Männer lange Zeit eher in der Rolle abwartender Beobachter anzutreffen waren, deren Rolle im Gleichstellungsprozess kaum öffentlich wahrgenommen wurde.

Engagierte VertreterInnen der Geschlechterforschung, -politik und –praxis arbeiten aber beinahe ebenso lange am Thema ‚Männer und Gleichstellung‘. Allein, deren Erkenntnisse wurden kaum wahrgenommen, solange politische Programme und Förderstrukturen die ausschließliche Verknüpfung von Frauen und Geschlechtergleichstellung herstellten. Diese Situation hat sich in den letzten Dekaden – nicht zuletzt infolge der feministischen Bewegung bzw. infolge von Gleichstellungsstrategien wie Gender Mainstreaming – verändert. Österreich ist eines der ersten europäischen Länder, das Männerpolitik schon sehr früh auf ministerieller Ebene – und damals in seiner Ausrichtung nicht ganz unumstritten – institutionalisiert hat. Auf EU-Ebene widmeten sich seit dem Jahr 2000 mehrere Konferenzen dem Thema Männer, Männlichkeiten und Gleichstellung und Förderprogramme nehmen gezielt auf die Rolle von Männern im Gleichstellungsprozess Bezug.

Genau dort setzt die Modulreihe Männer und Geschlechtergleichstellung an. Im Rahmen dieser Modulreihe wird die Rolle von Männern im Prozess der Geschlechtergleichstellung in Österreich diskutiert. Hintergrund dafür sind die Feld-/Erfahrungen und jahrelange wissenschaftliche Arbeiten der Referentinnen und Referenten. Auch neue Ergebnisse aus der Männerforschung werden einbezogen, wie die Ergebnisse der aktuellen EU-Studie Role of Men in Gender Equality, die erstmals die aktuelle Situation von Männern (und Frauen) in systematischer Weise in allen EU- und EFTA-Ländern erfasste und einer vergleichenden Analyse unterzog.

Eine Auseinandersetzung mit dem Thema Männer und Geschlechtergleichstellung muss zwangsläufig das Geschlechterverhältnis im Blick haben, solange strukturelle Vorteile bzw. Nachteile einseitig geschlechterbezogen verteilt sind. Um die Persistenz relevanter Geschlechterdisparitäten erfassen, verstehen und verändern zu können, bedarf es eines ausgewogenen Analysezugangs, der sowohl Privilegien als auch Kosten von Männlichkeiten in den Blick nimmt. Michael Messner (2000) hat dazu ein ‚triangle model‘ entwickelt, das eine ausgewogene Betrachtung von Privilegien, Kosten und Diversitäten von Männlichkeiten erlaubt und gleichzeitig die Geschlechterrelation nie außer Acht lässt. Dieses Modell bildet den theoretischen Rahmen dieser Modulreihe.

Zielgruppen der Modulreihe: Vertreter_innen aus den Bereichen Beratung, Lehre, Erwachsenenbildung, Soziale Arbeit, Forschung/Wissenschaft, Personalverantwortung, Politik und Gleichstellungsarbeit, sowie weitere Zielgruppen, die in den Modulbeschreibungen genannt werden.

Die Modulreihe findet von Jänner bis Juni 2014 statt und umfasst sechs Module– alle Module sind einzeln buchbar!

  • 160,- Euro je Einzelmodul (ustfrei)
  • 800,- für die gesamte Modulreihe (ustfrei)
  • Modul 1 wird vom BMUKK gefördert und ist kostenfrei.
  • Die Teilnahme beim Kamingespräch am Vorband von Modul 2 ist kostenfrei.
  • Die Skripten werden in digitalisierter Form übermittelt.

Mehr Informationen zur Modulreihe finden Sie hier.

Themen: 

  • Männer und Gleichstellung

Veranstaltungstyp: 

  • Modulreihe