Faktencheck

Zweisamkeit in Sicherheit und Gewaltfreiheit

ja


Sexualität und die mit ihr verbundene Lust sind etwas Schönes, Positives und Aufregendes. Damit Du und dein*e Partner*in die gemeinsame Lust genießen könnt, braucht es einen gemeinsamen Raum, der frei von Zwang, Druck und Gewalt ist. Tauscht euch aus, damit die Bedürfnisse und Wünsche beider Platz finden! Die Schaffung dieser Atmosphäre bleibt in Pornos ausgespart, dazu zählen auch Vorbereitungen zu Verhütung bzw. Safer Sex.

In Pornos werden Frauen oft als Objekte dargestellt, die ausführen müssen, was Männer von ihnen verlangen. Tatsächlich bestimmen immer beide, was okay ist und was nicht. Würdest Du jemanden, mit dem Du Sex hast, zu etwas zwingen, das diese*r nicht möchte, so ist das eine Straftat!

Geschlechter-Grenzen: Ticken Mädchen und Burschen sexuell unterschiedlich?

teilweise


Jeder Mensch hat seinen ganz persönlichen „sexuellen Fingerabdruck“: Was tut mir gut? Welche guten / nicht so guten Erfahrungen habe ich gemacht? Das ist von Mensch zu Mensch verschieden. Und doch gibt es gerade zwischen Burschen und Mädchen Unterschiede: Viele Jungs spüren bei Reizen von außen (ein Bild, eine kurze Begegnung etc.) schnell Erregung und sexuelle Neugier. Da passen auch Pornos gut dazu: Diese sind mit ihren Bildern darauf ausgerichtet, rasch Erregung auszulösen. Mädchen entwickeln ihre Lust oft anders, teils langsamer aus einem inneren Gefühl heraus. Schließen nun Jungs von sich auf Mädchen, dann kann dies Grenzen überschreiten: Für das Mädchen ist die Aussage oder die Berührung ein Übergriff, weil ihr inneres Erleben im Moment ein ganz anderes ist.

Die Frau, die immer will – der Mann, der immer kann?

nein


In der Pornografie werden oft Klischee-Bilder weiblicher und männlicher Sexualität transportiert. Das vermittelte Bild der Frau: Immer bereit, sexy und geil. Das des Mannes: Schneller, weiter, stärker, immer steif und immer aktiv. In der Realität kannst Du spüren: Miteinander sein ohne Wettbewerb und Stress - mal mit mehr Lust, mal mit weniger - fühlt sich viel besser an.

Sehen Mädchen so aus?

nein


In kommerziellen Porno-Produktionen sind Frauenkörper oft verändert dargestellt und entsprechen nicht der Realität: Viele Darstellerinnen haben besonders große, feste und vor allem perfekt geformte Brüste. Viele davon sind jedoch künstlich. Das kannst Du unter anderem daran erkennen, dass sich der Busen nicht bewegt, wenn sich die Darstellerin auf den Rücken legt. Normalerweise rutscht die Brust ein wenig zur Seite. Auch die Genitalien der Frauen sind oft verändert.

In Pornos ist das Überstreifen des Kondoms zu sehen

nein


Das Kondom schützt als einziges Verhütungsmittel vor sexuell übertragbaren Krankheiten.

Wie baue ich das Überstreifen des Kondoms in den Sex ein? Was muss ich beim Anlegen beachten? Pornos geben dazu keine Antworten.

Verhütung benötigt die Aktivität des Kopfes, Sex das Loslassen der Gedanken. Setz dich vor dem Sex mit dem Thema Verhütung auseinander. Für die Verhütung sind beide verantwortlich!

Pornos als Gebrauchsanleitung für guten Sex?

nein


Sex braucht keine Gebrauchsanleitung, es geht nur um euch beide - und eure Lust im Moment! Mädchen turnt es ab, wenn sie das Gefühl haben, nur austauschbare Darstellerin in (d)einem Pornostreifen zu sein. Auch für Burschen ist es ganz schön stressig, wenn männliche Porno-Darsteller das Vorbild sind. Das engt ziemlich ein, oder? Sei Du selbst! Behutsam und einfühlsam. Also:
Besser das Original als die XXX-te Kopie!

Auf die Penisgröße kommt es an

nein


Pornodarsteller werden gecastet: Nur Männer mit einem überdurchschnittlich großen Penis kommen vor die Kamera. Durch filmische Tricks, wie die Kameraperspektive, Beleuchtung, Schnitttechnik etc., werden sie zusätzlich in ein größeres Licht gerückt. Die durchschnittliche Größe eines erigierten Penis liegt übrigens zwischen 11 und 17cm. Ab 7cm im steifen Zustand gilt der Penis als medizinisch vollwertig.

By the way: Die empfindsamsten Stellen der Frau liegen außerhalb und im vorderen Scheiden-Bereich. Zudem ist die Vagina beim Sex aktiv und nimmt den Penis in sich auf – egal ob dick, dünn, kurz oder lang. Vor allem: Männer sind mehr als ihr Penis – beim Sex und darüber hinaus!

Der Mann muss den Samenerguss zeigen

nein


Im Porno muss der Mann den Seher*innen seinen Samenerguss zeigen. Deshalb zieht er kurz vor seinem Orgasmus den Penis heraus. Das ist ziemlich stressig: Der Mann muss sich darauf konzentrieren, bleibt im Kopf und kann sich nicht der Lust hingeben.

Viele Paare genießen es dagegen sehr, verbunden zu bleiben.

Der Geschmack von Sperma verändert sich

ja


Der Geschmack kann sich durch bestimmte Nahrungsmittel ändern.

Es wird aber nie ein Vanille-Shake rauskommen, auch wenn du literweise davon trinkst.

"Sexting" kann rechtliche Folgen haben

ja


Das Verbreiten und Veröffentlichen erotischer Fotos von Personen unter 18 Jahren ist illegal (Tatbestand der Kinderpornografie nach § 207a StGB) und kann rechtliche Folgen haben.

"Sexting", also das Verschicken und Tauschen von eigenen Nacktaufnahmen über Internet und Handy, ist bei Jugendlichen sehr populär. Freizügige Fotos oder Videos werden meist innerhalb einer Beziehung, zum Flirten oder als Vertrauensbeweis an Freund*innen verschickt.

Seit 1.1.2016 ist Sexting unter gewissen Bedingungen straffrei: Dann, wenn die eigenen pornografischen Fotos oder Videos zwischen zwei Jugendlichen einvernehmlich getauscht werden und beide über 14 Jahre alt sind. Wenn also die Aufnahmen nur für die beiden Jugendlichen gedacht sind, zwischen ihnen verbleiben und beide das auch wollen.

Es bleibt weiterhin verboten, solche Aufnahmen an andere weiterzuleiten, zu verbreiten und zu veröffentlichen. Also: Du darfst das intime Foto deiner Freundin/deines Freundes weder im Freundeskreis herzeigen, noch über WhatsApp bzw. E-Mail verschicken oder auf Facebook posten.

Auch die Foto-App Snap-Chat garantiert kein "Safer Sexting": Die verschickten Videos und Fotos werden nicht gelöscht, sondern nur verdeckt. Es gibt mittlerweile eigene Apps, die Fotos von Snapchat wieder sichtbar machen können und Screenshots erlauben.

Und - wie gesagt: Die Straffreiheit gilt nur für freiwillig entstandene bzw. gesendete Aufnahmen. Nach wie vor strafbar sind freizügige Fotos oder Videos von Minderjährigen, die erzwungen oder erpresst wurden.

Mehr Infos zu Sexualität und Internet findest du auf: www.saferinternet.at

Das (Sex)Leben ist kein Pornofilm

ja


Sex ist kein Fixprogramm mit Orgasmus wie in Pornos. Guter Sex ist eine „Open-End-Nummer“, in der auch Entdeckungsreisen, Ausprobieren, Versuch und Irrtum Platz haben.

 

Der Sex des Jahrhunderts dauert mindestens 17,3 Minuten

nein


Manchmal ist Sexualität kurz und explosiv, ein anderes Mal ausdauernd.

Es gibt keine richtige oder falsche Dauer, solange es euch gut geht.

Am Ende wird gekuschelt

teilweise


Nicht so im Porno.

Im wirklichen Leben ist das ganz unterschiedlich: Manche genießen es eng verbunden zu bleiben, andere schlafen ein. Manche bekommen Hunger und wieder andere gehen gleich auf die Toilette.

Pornos sind Männersache

teilweise


Viele Pornos werden von Männern für Männer gemacht. Burschen nutzen Pornografie stärker als Mädchen – gleichzeitig gibt es Jungs, die nur selten oder gar keine Pornos sehen. Auch unter Mädchen gibt es hier große Unterschiede.

Männliche und weibliche Rollenbilder gestehen es aber eher Burschen zu, über Pornografie und Selbstbefriedigung zu sprechen. Es gibt auch Porno-Filme von und für Frauen, aber diese sind weniger bekannt.

 

Pornos sind alle gleich

teilweise


Pornos wollen bei den Betrachtenden sexuelle Erregung und Lust wecken. Es gibt inzwischen verschiedenste Kategorien von Porno-Clips, die unterschiedliche Nutzer*innen ansprechen. Gewisse Abläufe in Pornofilmen sind häufig gleich, auch werden Männer und Frauen oft auf bestimmte Rollen festgelegt. Meist steht der sexuelle Akt im Vordergrund und die Beziehung zwischen den Personen, die miteinander Sex haben, im Hintergrund. Gleichzeitig spiegelt sich in den verschiedenen Kategorien die Vielfalt der Nutzer*innen und Darsteller*innen: Dünn oder dick, mit verschiedenen Hautfarben, verschiedenen sexuellen Orientierungen und Geschlechtsidentitäten, jung oder alt etc.

Manche Extreme in Pornofilmen können irritierend sein.
Da es Filme sind, bestimmst Du, was Du sehen möchtest oder nicht.

Was du von anderen willst, das probier’ vorher selber aus.

ja


Ja, finde selbst heraus, was du magst und was eben nicht. Du kannst Dinge wunderbar vorab in deinem Kopf durchspielen und darauf achten, was das mit dir tut.

Verlange nichts von deiner Partnerin/deinem Partner, was du selbst nicht tun würdest oder vor dem dir sogar ekelt.

Spermaschlucken ist Teil des Programms

nein


Eine weitere klassische Porno-Sache... in den Filmen wird das Sperma hingebungsvoll aufgefangen, aber hey: Film ist Film. Pornofilme sind ein Fantasieprodukt und keine Dokumentarfilme. So verwenden Pornomacher künstliches Sperma aus Eiklar und Kondensmilch, um Mega-Samenergüsse vorzutäuschen.
Sex dagegen ist nie ein Fixprogramm: Du selbst musst herausfinden, was dir gefällt und was dich reizt. Mit deinem Partner/deiner Partnerin solltest du vorab über deine Reize, Wünsche, ... sprechen. Der Sex ist gut, wenn beide ein gutes Gefühl dabei haben.

Lautes Stöhnen = guter Sex

nein


 

In Pornos ist das immer eine laute Sache. Besonders die Frauen in Pornofilmen schreien und stöhnen, was das Zeug hält. Spaß am Sex erkennst du aber nicht an der Lautstärke. Jeder Mensch ist unterschiedlich. Deshalb ist es auch verschieden, wie sich die eigene Lust zeigt: Manche stöhnen laut, leise, wenig, viel und andere kaum bis gar nicht. Lass dich einfach fallen und spür mal, was dir gefällt!