AMS Forschungsgespräch
Bedarfsanalyse unterstützender Maßnahmen von sozial benachteiligten männlichen Jugendlichen an der Schnittstelle Ausbildung und Erwerbsarbeit (Ergebnisse einer Studie im Auftrag des BMASK)
Bedarfsanalyse unterstützender Maßnahmen von sozial benachteiligten männlichen Jugendlichen an der Schnittstelle Ausbildung und Erwerbsarbeit (Ergebnisse einer Studie im Auftrag des BMASK)
Workshops im Rahmen der Stamser Jugendvisonen:
25.2.2014, 11:00-17:00
Handlungsfeld Schule: Sind Burschen die neuen Bildungsverlierer?
Werden Burschen in der Schule benachteiligt? Auf Basis aktueller Ergebnisse der kritischen Männlichkeitsforschung findet in diesem Workshop eine Auseinandersetzung mit der Debatte um schulische Bubenbenachteiligung statt. Zugleich soll ein Austausch über Haltungen und Strategien für eine emanzipatorische pädagogische Arbeit mit Buben/Burschen angeregt werden.
26.2.2014, 11:00-17:00
Handlungsfeld Gewalt (Resilienz): Wer oder was ermöglicht Gedeihen trotz widriger Umstände?
Der Workshop fokussiert auf Gewaltresilienz bei Burschen und Mädchen aus gewaltbelasteten Familien. Ergebnisse einer EU-Studie (http://vmg-steiermark.at/forschung/projekt/ stamina-gewaltresilienz-bei-jugendlichen-eu-daphne) geben Einblick in die Auftretenswahrscheinlichkeit vonGewalt sowie in wesentliche Faktoren zur Unterbrechung von ungünstigen Entwicklungsverläufen bei Burschen und Mädchen. Über die Entwicklung von Maßnahmen zur Stärkung der Gewaltresilienz sollte gemeinsam nachgedacht werden.
Männerberatung Graz (2009). Evaluation Boys' Day 2008, 2009.
Um das Verhalten von Buben/Burschen im Unterricht zu verstehen, wenden wir uns der Realität im Klassenzimmer zu. Ethnographische Studien zeigen, dass Schulen von herrschenden Geschlechterverhältnissen geprägt sind und diese auch reproduzieren. In dieser Veranstaltung wird ausgelotet, welche widersprüchlichen Konsequenzen dies für Buben in der Schule hat.
In dieser Veranstaltung werden konkrete Strategien für eine emanzipatorische pädagogische Arbeit mit Buben/Burschen präsentiert und gemeinsam ausprobiert. Zentral stehen dabei Zugänge, die die Diversität von Männlichkeiten anerkennen, soziale Ein- und Ausschlussprozesse zur Sprache bringen und Raum für alternative Geschlechterentwürfe schaffen.
Was ist dran, an der These über die Benachteiligung der Buben/Burschen in der Schule? In dieser Veranstaltung werden die gängigsten Argumente herausgearbeitet und vor dem Hintergrund neuer empirischer Forschung diskutiert. Dabei zeigt sich, dass einige der Argumente zu hinterfragen sind und außerdem Probleme bestehen, die im gängigen Diskurs ausgeblendet werden.
Die Teilnahme ist kostenlos.
Vorträge. Keine Anmeldung erforderlich.
Eine Diskussion über typische Geschlechterrollen und deren Aufbrechen
In Kooperation mit Macht | schule | theater und Weiße Feder lädt das TaO! zu einer Diskussionsrunde.
Die Dialogveranstaltung wird von einem Projektteam der 2HLKa der HLW-Schrödinger Graz im Ausbildungsschwerpunkt Kultur- und Kongressmanagement organisiert.
Wann: Di, 23. April 2013 | 19:00
Wo: TaO! – Theater am Ortweinplatz
In der TaO!-Produktion „Männer und Maschinen“, die am 6.April 2013 ihre Uraufführung gefeiert hat, ist die „männliche Liebe“ zu Technik und Maschinen Grundlage für eine Betrachtung der sprachlosen Emotionswelt von jugendlichen Burschen: Die Vorteile und Gefahren von Gruppendynamik, das gegenseitige Kräftemessen, der Umgang mit Spannungen und auch Aggressionen untereinander („Dampf ablassen“), bis hin zu „Un-Themen“ wie Liebe, Sehnsucht, Verletzlichkeit, Unsicherheit. Wann ist ein Mann ein Mann? Diese und andere Fagen werden im Rahmen einer Diskussionsveranstaltung von ExpertInnen diskutiert.
Es diskutieren:
Prof.in Dr.in Katharina Scherke (Gleichbehandlungsbeauftrage der KF Uni Graz)
Mag. (FH) Michael Kurzmann (Verein für Männer- und Geschlechterthemen Steiermark, Sozialarbeiter, Psychoanalytiker i.A.u.S)
Martina Kolbinger-Reiner (Mezzanin Theater/Regisseurin von „Girls, Girls, Girls“)
Sarah Wagner (Spielerin „Girls, Girls, Girls“)
Mag. Simon Windisch (TaO!/Regisseur von „Männer und Maschinen“)
Lukas Steiner (Spieler „Männer und Maschinen“)
Moderation: Ute Baumhackl (Kulturredakteurin, Kleine Zeitung)
DJane: Lucia Laggner
Eintritt: frei
Gleichstellungsfragen im Bereich Bildung haben sich in den letzten Jahrzehnten stark verändert. Während sich ab den 1970er-Jahren die Gleichstellung der Geschlechter vor allem auf Frauen konzentrierte, führten die Effekte der Gleichstellungsbemühungen, respektive die Erhöhung der Bildungsquote bei Frauen nun zu einer anderen Zielgruppe von Gleichstellungsfragen im Bildungskontext: Das schlechtere Abschneiden der männlichen Schüler steht derzeit im Mittelpunkt der Analyse. Die Zahl der männlichen Schulabbrecher ist in den letzten zehn Jahren zwar leicht gesunken, es besteht aber immer noch ein markanter Unterschied zwischen Mädchen und Burschen. Gegenwärtige Analysen zeigen, dass die soziale Herkunft und Migrationshintergrund einen starken Einfluss auf die Ausbildungskarrieren junger Menschen haben. Burschen sind davon in stärkerem Maße betroffen als Mädchen.
Im Rahmen des Vortrags von Elli Scambor werden deshalb die Ergebnisse einer aktuellen EU-weiten Studie vorgestellt, die sich mit diesem Thema beschäftigte und dabei unter anderem der Frage nachgeht, wer eigentlich gemeint ist, wenn von Burschen als Bildungsverlierer gesprochen wird.
Christoph Lins wird ein Modell zur geschlechterreflektierenden Arbeit mit Burschen vorstellen. Mit diesem Modell wird in den anschließenden Workshops gearbeitet. Dabei diskutieren die TeilnehmerInnen die Frage, welche Aspekte in der Schule/Klasse/Gruppe in der Arbeit mit Buben/Burschen jeweils verstärkt werden bzw. wo Entwicklungspotentiale liegen.
Nicht selten ziehen Burschen_ zu Beginn eines Workshops von sich aus die Vorhänge des Raumes zu. Sie erzeugen einen verdunkelten, geschützten Ort. Ein Widerspruch zum gesellschaftlichen bzw. westlichen Imperativ der Sichtbarkeit? Dieser zeigt sich am Beispiel der „enthüllten Muslima“ oder des geouteten Homosexuellen. Junge Männer_ präsentieren nicht nur ihre Körper in Sozialen Netzwerken (Posing, Sexting), sie werden auch aufgefordert, sich zu öffnen, ihre Gefühle zu zeigen und als neue Männer in Erscheinung zu treten. Der Vortrag konzipiert Burschen_arbeit als möglichen Ort, der unscharf Begrenztes, Ambivalenz und Vielschichtigkeit erlaubt. Ein Ort, an dem junge Männer_ solidarisch-kritisch in ihrer Auseinandersetzung mit gestellten (geschlechtlichen) Anforderungen begleitet werden. Anhand von Männlichkeits-Bildern, die im Zuge einer assoziativen Methode entstanden, stellt der Vortrag Lesarten einer queer und intersektional erweiterten Burschen_arbeit vor.
Vortrag im Rahmen der Ringvorlesung zum Thema Gewalt und Geschlecht an der Pädagogischen Hochschule Freiburg